„Ich möchte ein Lächeln auf Ihren Gesichtern sehen, wenn Sie das sagen“, gab Annette Karwath der Gemeinde mit auf den Weg, bevor gemeinsam der Osterpsalm gesprochen wurde: „Heute ist der Tag, den Gott gemacht hat! Jesus ist auferstanden. Halleluja.“ – und tatsächlich war die Freude bei strahlendem Frühlingswetter in der Fuchsau spürbar.
Zum mittlerweile 10. „Fünf auf einem Weg“-Gottesdienst begrüßte Thomas Geiger von der Gastgebergemeinde Altensittenbach die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Die Johanneskirche gestaltete in diesem Jahr den Gottesdienst unter dem Thema „Jesus unsere Mitte“. Passend dazu wurde mit der Fuchsau ein Ort gewählt, der ungefähr im Zentrum der Pfarrei liegt. Geiger dankte allen Mitwirkenden und hob das idyllische Ambiente hervor, das diesen besonderen Freiluftgottesdienst prägte.
Für die musikalische Gestaltung sorgte ein Posaunenchor unter der Leitung von Ingrid Leikauf, bestehend aus Bläserinnen und Bläsern aus vier Gemeinden der Pfarrei. Nachdem kein Posaunenchor aus einer Gemeinde zur Verfügung stand, haben sich einzelne Bläserinnen und Bläser zusammengetan und damit dem übergreifenden Pfarreigedanken absolut entsprochen.
Mit einer Anekdote über eine Täuschung, die in kompletter Verwirrung endete, führte Annette Karwath zur Predigt von Oberkirchenrat Michael Wolf über.
Dieser knüpfte zunächst an persönliche Erfahrungen aus seiner Zeit als Pfarrer auf der Krim an. Besonders beeindruckt habe ihn dort der Ostergruß der orthodoxen Kirche, den wir auch kennen: Über die gesamte Osterzeit hinweg grüßen sich die Menschen dort mit einem freudigen „Christos woskres - Christus ist auferstanden“ – und antworten voller Überzeugung „Woistinu woskres - Er ist wahrhaftig auferstanden.“
Wolf sprach auch über eine Täuschung: In jüngeren Jahren sei er davon ausgegangen, dass sich in christlichen Gemeinden alle verstehen und sich mögen. Geschwister im Herrn haben sich gern. Die Realität habe ihm jedoch gezeigt, dass das nicht so ist. Das sei für ihn eine Ent-Täuschung gewesen. Unter dem Vorwand der christlichen Nächstenliebe kämen dort genauso Konflikte und Ausgrenzung vor, bis zu sexuellem und geistlichem Mißbrauch. Auch Christen können gemein sein, so sein Fazit. Umso wichtiger sei die Erkenntnis: „Wir gehören zusammen, auch wenn wir nicht zusammenpassen.“ In Christus seien alle miteinander verbunden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Predigt lag auf der Bedeutung von Gemeinschaft – besonders beim gemeinsamen Essen. Anhand der Emmausgeschichte erinnerte Wolf daran, dass die Jünger Jesus zunächst nicht erkannten, sondern erst beim Brotbrechen. Viele biblische Geschichten erzählten davon, wie Jesus mit Menschen aß und Gemeinschaft lebte. Daraus leitete er die Einladung ab, auch heute bewusster miteinander Zeit zu verbringen und Gemeinschaft zu pflegen.
Sichtbar wurde dies auch im Gottesdienst: Vor dem Altar war ein Brotkreuz aufgebaut – gefüllte Brotkörbe, zu einem Kreuz zusammengestellt. Diese wurden im Anschluss herumgereicht, sodass alle miteinander teilten und ein gemeinsames Mahl erlebten.
Nach dem Gottesdienst klang der Vormittag in geselliger Runde aus. Die Altensittenbacher Gemeinde hatte ein gemeinsames Mittagessen vorbereitet: Leberkäsebrötchen und Getränke wurden angeboten und luden zum Verweilen und Gespräch ein. So wurde der Gottesdienst ein Zeichen dafür, dass Jesus in der Mitte verbindet.
Christl Schäfer-Geiger
